Alfelder Außenstelle der Landesschulbehörde: SPD und Grüne machen die Landesregierung für die Demontage des Mittelzentrums Alfeld verantwortlich

 

Die Entscheidung der Niedersächsischen Landesregierung aus CDU und FDP, die Schulaufsicht für den großen Landkreis Hildesheim in Alfeld zu schließen und nach Holzminden zu verlagern, bezeichnen SPD und Grüne im Hildesheimer Kreistag als einen Skandal. Es sei absurd und widerspreche in eklatanter Weise den Reformzielen einer funktionsfähigen und effizienten Schulaufsichtsbehörde, die Alfelder Außenstelle weg aus dem Landkreis an die Peripherie nach Holzminden zu verlagern. „Es drängt sich die Frage auf, was die Alfelder Christdemokraten und ihr zuständiger Landtagsabge-ordnete im Vorfeld dagegen unternommen haben, um diese nicht sachgerechte Entscheidung zu verhindern, so die Alfelder SPD-Kreistagsabgeordnete Waltraud Friedemann.

Dass es auch anders gehe, habe die SPD in der Vergangenheit unter Beweis gestellt. Jetzt sei es bitter mit ansehen zu müssen, dass jede Behörde, die in den Jahren von 1994 bis 2003 nach Alfeld geholt worden sei, nun sukzessive wieder geschlossen werde und die Alfelder Region keine Lobby mehr in Hannover habe, betont der Alfelder Kreistagsabgeordnete Jürgen Lanclée. Die Liste der Behördenschließungen seit dem Jahr 2003 am Standort Alfeld ist lang: Forstamt, Handelsregistergericht, Sozialtherapeutische Anstalt, Herabstufung des ehemals selbständigen Katasteramtes und nun auch noch die Außenstelle der Landesschulbehörde. All diese zusammengenommen bedeutet die stückweise Demontage des Mittelzentrums und widerspricht der Verpflichtung des Landes zu einer ausgewogenen Strukturpolitik sowie der Stärkung bzw. dem Erhalt von Mittelzentren. Aus Sicht von rot-grün werde diese neuerliche strukturpolitische Fehlentscheidung neben weiteren Verlusten an Behördenarbeitsplätzen auch die Kaufkraft in der Region schwächen. Jeder erhaltene Arbeitsplatz in Alfeld sei für die Stadt und den Landkreis von außerordentlicher strukturpolitischer Bedeutung, betonen SPD und Grüne in ihrer Presseerklärung.

In der Kabinettsvorlage der Landesregierung zur Neustrukturierung der Landesschulbehörde heißt es unter anderem, dass für die Auswahl einer Außenstelle das entscheidende Kriterium war, die Schulen innerhalb einer Fahrzeit von maximal 60 Minuten erreichen zu können. Bei der jetzt getroffenen Entscheidung zu Gunsten des Holzmindener Standortes wird es jedoch schlechterdings unmöglich sein, mit dem PKW - geschweige denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln – von Holzminden aus die Schulen z. B. in Bockenem, Söhlde, Schellerten, Algermissen, Harsum oder gar die Kreisstadt Hildesheim zu erreichen. Die Fahrzeit mit dem PKW würde sich auf bis zu 100 Minuten erhöhen, im Winter kann sie sogar zwei Stunden erreichen und somit die vom Land vorgesehene maximale Fahrzeit verdop-peln. „Es drängt sich die Frage auf, ob die seitens der Landesregierung ins Feld geführten Argumente wirklich fehl gedeutet wurden, oder ob es den Hildesheimer Wahlkreisabgeordneten der Union mit ihrem Finanzminister Möllring an der Spitze an Durchsetzungskraft gegenüber ihren Holzmindener Kollegen, die immerhin zwei Ministerien besetzen, mangelt“, so der schulpolitische Sprecher der Grünen, Richard Bruns.

 

 


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